Kelten-Geschichte

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Geschichte der Kelten

Unter dem Begriff Kelten, darf man sich kein bestimmtes Volk vorstellen. Vielmehr waren die Kelten die Angehörigen einer bestimmten Kultur. In mehreren Völkerwanderungen breiteten sich die indogermanischen Stämme über Mitteleuropa und bis zu den britischen Inseln aus. Den ersten Höhepunkt erreichte das Keltentum ca. 500 v.Ch. in der sogenannten La-Tène-Kultur, welche nach einer Ausgrabungsstätte am Neuenburgersee in der Schweiz benannt wurde. Eine bäuerliche, in der Metallbearbeitung sehr bewanderte keltische Kultur breitete sich seit 1200 v. Chr. über ganz Europa aus und vereinigte sich friedlich mit den existierenden Megalith-Kulturen. Diese keltische Welle erreichte bereits früh auch die westlichen Inseln Europas. Ihnen folgten Kelten aus dem Balkan und den Karpaten, die von einer kriegerischen Militäraristokratie beherrscht wurden und regelrechte Raub- und Eroberungszüge veranstalteten. Im Westen Europas bestand bereits lange eine fortschrittliche keltische (Misch-)Kultur, die von den kriegerischen "Festlandkelten" der zweiten Wanderungswelle überrannt und erobert wurde. Die Kelten waren keineswegs eine homogene Völkerfamilie, die sich einer einzigen ethnischen Identität bewusst gewesen wäre. Ebenso wenig können wir von einem keltischen Reich oder auch nur einer universellen und exklusiven keltischen Kultur sprechen. Mögen die Kelten auch nach Gesellschaftsstruktur vieles gemeinsam gehabt haben, so gab es doch auch gewaltige Unterschiede. So reichten zum Beispiel die politischen Strukturen in den letzten Jahrhunderten v. Chr. Von kleinen Stammeshäuptlingsschaften bis zu hochzentralisierten Staatsgebilden - es gab sogar regionale Supermächte wie etwa die Arverner und Äduer in Gallien und die Katuvellauner in Britannien. Das Keltentum in Irland entwickelte sich in seiner Randlage zu besonderer Eigenständigkeit und blieb am längsten als eigenständige Kultur erhalten, nachdem die kontinentalen Kelten von der Militärmaschine des römischen Imperiums besiegt worden waren. (siehe auch unter ZEITTAFEL)

Das Rätsel des Keltentums

Gibt es eine plausible Erklärung für das offenbar recht plötzliche In-Erscheinung-Treten einer keltischen Nation im 5. Jahrhundert v.Chr.? Die Archäologen, die sich nur an sichere Fakten halten und sich schwer tun auch nur Vermutungen zur Deutung der Fakten zu äussern, sprechen von einem Rätsel. Welche Fakten sind von der Wissenschaft gesichert? Bis etwa zur Wende des 5. zum 4. vorchristlichen Jahrhundert - wissenschaftlich ausgedrückt, in der Endstufe der Hallstatt-Zeit - bestanden in Südwestdeutschland, aber auch in Ostfrankreich verschiedene grosse befestigte Höhensiedlungen auf denen mächtige Fürsten residiert haben müssen, die nach ihrem Tod mit allem Luxus unter den für die frühen Indoeuropäer charakteristischen mächtigen Grabhügeln bestattet wurden. Diese Fürsten bezogen von Händlern im Süden der Alpen Wein und kostbare Gefässe zu seiner Aufbewahrung, häufig Arbeiten griechischer und etruskischer Künstler. Die heimische Produktion auf den Burgen - Keramik, Waffen, Pferdegeschirre und anderes - wies auf nach wie vor bestehende kulturelle Verbindungen zum östlichen der Hallstatt-Kultur, also zu den illyrisch(mitteleuropäisch sprechenden Nachkommen der Urnenfelderkultur. Waren die Fürsten also illyrischer Herkunft? Andere Vorfahren der im 5. Jahrhundert plötzlich ins Licht der Weltgeschichte tretenden Kelten ihre Heimat in eben diesem Gebiet Süddeutschlands bis Ostfrankreich gehabt haben müssen, zumindest seit einigen Jahrhunderten. Am Ende diese offenbar ungeheuren ereignisreichen 5. Jahrhunderts v.Chr. verschwanden die grossen Burgen plötzlich; die Ausgräber fanden Spuren verheerender Brände, die die Burgen in dieser Zeit vernichtet haben müssen. Und der neue La-Tène-Stil, diese eigenartigen, sicher auf die Kelten zurückzuführenden Verzierungen auf vielen Gebrauchsgegenständen, verbreitete sich schlagartig, über alle Gebiete, die keltische Stämme in Europa beherrschten.

Die Kunst der Kelten

Irgendwelche recht intensiven Kulturverbindungen mit dem Steppenraum nördlich des Schwarzen Meers müssen die frühen Kelten gehabt haben. Denn die Kunsthistoriker weisen mit Recht auf die innere Verwandtschaft des keltischen La-Tène-Stils mit der Kunst der Skythen hin: die Darstellung von Tieren und menschlichen Körpern, seltsam fratzenhaft verzerrt, allerdings eingebettet in üppig wuchernde Rankenornamente, Abwandlungen griechisch-etruskischer Schmuckmotive. Den Kelten gelang es, aus diesen verschiedenartigen fremden Anregungen eine eigene unverwechselbare und ungeheuer fruchtbare Kunst zu entwickeln, die erste Gestaltung von Schmuck und Alltagsgeräten nördlich der Alpen, die man guten Gewissens als hohe Kunst bezeichnen kann.